Augsburger Dönerverbot: Imageschaden für die Studentenstadt

24 10 2009

Kein Döner mehr nach ein Uhr auf Augsburgs Straßen? Kaum ein politisches Thema wird derzeit so heftig diskutiert wie das Dönerverbot.

Ordnungsreferent Böhm

Ordnungsreferent Böhm

Ordnungsreferent Walter Böhm will dadurch Probleme in der “Partymeile” Maximilianstraße lösen: Lärm, Müll, Gewalt, wie er sagt.  Nicht alle sind damit einverstanden. Allen voran will Jan Fertig, Initiator des “Protest-Picknicks” im Sommer, die Interessen der Jugendlichen vertreten. Beide waren zusammen mit Anwohnerin Karin Wagner zu Gast bei Südwild in Augsburg.
“Bisher hat sich das Verbot bewährt”, so Böhm, “es gibt 30 Prozent weniger Müll, keine Verbesserung jedoch beim Lärm”. Das kann auch Karin Wagner bestätigen. Jan Fertig sieht ein anderes Problem: “Das Verbot ist ein Imageschaden für die Studentenstadt Augsburg”. Er habe fünf Jahre selbst als Türsteher in der Maxstraße gearbeitet. Probleme sieht er auch, doch die müssten anders gelöst werden.
Deshalb hat er zusammen mit der SPD einen Antrag gestellt, der Ende Oktober im Stadtrat diskutiert werden wird. Inhalt: Fertig fordert eine Abschaffung des Außenverkaufsverbots für Speisen und Getränke; Alkohol und Glasflaschen sollen nach ein Uhr nachts weiterhin nicht nach außen verkauft werden dürfen. “Das wäre ein Kompromiss, mit dem wir gut leben können”, meint Fertig. Und was sagt Walter Böhm dazu? Er gibt sich bedeckt. “Wir können über Kompromisse reden, wenn sie um Ziel führen. Entscheiden wird das nicht der Ordnungsreferent, sondern der Stadtrat”.


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